Geschichtswerkstatt

Wer gerne rätselt und diskutiert, malt und bastelt, ist hier genau richtig. „Alte“ Spiele – bevor es Handys und Konsolen gab – machen auch heute noch Spaß. Wir machen auch mal einen kleinen Ausflug oder empfangen Gäste, die uns zeigen, wie man mit Tinte und Federkiel schreibt oder die uns erzählen, wie es damals in der Schule zuging und von der schlimmen Zeit im Krieg.

  • Wie wird man eigentlich Ritter?
  • Warum war der Teufel in Gladbach zu Besuch und wie sind wir ihn wieder losgeworden?
  • Mussten Kinder schon immer zur Schule gehen?
  • Wie kann man Nahrung haltbar machen, ganz ohne Kühlschrank und Tiefkühltruhe?
  • Und wie schmeckt eigentlich ein getrockneter Apfelring?

Ich freue mich schon sehr darauf, mit Euch viele interessante Dinge zu erleben, zu lachen und zu spielen – denn Geschichte macht Spaß!

Erzähl doch mal von früher …

Besuch in der GeschichtswerkstattJede Jahr kommen sie gerne:

  • Frau Hamann (83) und
  • Frau Stratner (79)

besuchten wieder einmal die AG Geschichtswerkstatt und erinnerten sich an ihre Kindheit.

Dieser Besuch wurde von den Kindern gewissenhaft vorbereitet. Kleine Aufgaben wurden verteilt, so dass Kaffee und Süßigkeiten auf einem hübsch gedeckten Tisch bereit standen. Auch wurde bereits vorher überlegt, welche Fragen interessant sind, um möglichst viel zu erfahren.

Frau Hamann und Frau Stratner erzählten von ihrer Schulzeit, wie sie ihre Freizeit verbracht haben und über ihren Start in die Arbeitswelt. Das Lieblingsspielzeug von beiden Damen war ein Ball und wer einen besaß, war „sehr beliebt“. Damals gab es nur wenig Spielzeug, niemand hatte ein eigenes Zimmer und am Nachmittag traf man sich nach den Schulaufgaben draußen zum Spielen.

Besuch in der GeschichtswerkstattDie Schulzeit verlief bei beiden recht unterschiedlich: Während Frau Stratner auf einem Dorf groß wurde und Lehrer hatte, die geschlagen haben und in ihren Augen häufig ungerecht waren, wohnte Frau Hamann in der Stadt und wurde bis zum Ende ihrer Schulzeit von einer sehr freundlichen Lehrerin unterrichtet. Beide beendeten mit 14 Jahren die Schule und gingen arbeiten.

In ihrer Teenagerzeit gingen Frau Hamann und Frau Stratner gerne ins Kino oder zum Tanzen bei Schützenfesten. Musik konnte man zu Hause nur aus dem Radio hören.

Ein großes Thema war die Kriegszeit. Bei Kriegsende war Frau Stratner 9 Jahre und Frau Hamann 13 Jahre alt. Als sie von ihren Ängsten im Luftschutzkeller, vom Brummen der Flugzeugmotoren und dem Heulen der Bomben berichteten, wurden die Kinder zuerst ganz still, stellten dann aber ganz viele Fragen. Gut, dass es noch Zeitzeugen gibt, die von den Schrecken berichten können.

Die AG-Zeit ging viel zu schnell vorbei und wir hoffen und wünschen uns, dass die beiden Damen auch im nächsten Schuljahr unsere Gäste sind.

Archiv im Koffer (Mai 2017)

Besuch von Frau Gerhards vom Stadtarchiv Mönchengladbach

Ein spannender Nachmittag in der AG-Geschichtswerkstatt:

Frau Gerhards, Archivarin bei der Stadt Mönchengladbach, brachte einen ganzen Koffer voller interessanter Dinge mit.

Aber zuerst wurde überlegt, was ein Archivar oder eine Archivarin eigentlich macht. Das war gar nicht so einfach und es wurde überlegt und diskutiert. Frau Gerhards erzählte von ihrer Arbeit im Archiv. Hier werden Dokumente gesammelt, bewertet und verwaltet, die für die Stadt Mönchengladbach wichtig sind. Sie brachte z.B. die Kopie einer alten Urkunde mit, in der es um das Kloster in Neuwerk geht. Diese Urkunde ist in lateinischer Sprache verfasst, aber der Name unserer Stadt konnte man erkennen: Gladebachensis.

Dann kam die Frage auf, seit wann die Menschen denn überhaupt etwas aufschreiben? Ein spannendes Thema. Schnell wurde klar, dass schon die Höhlenmalereien der Urzeitmenschen Informationen weitergegeben haben, z.B. über gute Jagdmöglichkeiten. Aus Bildern entwickelten sich auch Schriften, z.B. die Hieroglyphen, die vor über 5000 Jahren im alten Ägypten entstanden.

Worauf hat man früher geschrieben?

  • Auf Tontafeln können leicht Zeichen eingeritzt werden.
  • In Stein gemeißelte Schriften überdauern die Zeit, dies ist aber sehr aufwendig.
  • Die Ägypter erfanden Papyrus, welches aus den Papyrusstauden, einer Sumpfpflanze, hergestellt ist.

Auch Papyrusblätter hatte Frau Gerhards dabei, ebenso Blätter, die aus Tierhaut gemacht waren.

Frau Gerhards verteilte Beispielblätter mit Hieroglyphen, chinesischen Schriftzeichen, mit Runen – das sind die alten Schriftzeichen der Germanen – und auch mit einer Schrift, die unsere Urgroßeltern in der Schule geschrieben haben: Die Sütterlinschrift.

Dann wurde es kreativ: Im großen Koffer befanden sich auch alte Schreibwerkzeuge wie Holzstäbchen, Schreibfedern und sogar Federkiele aus Gänsefedern. Dazu gab es flüssige Tinte und schon konnte alles ausprobiert werden! Jeder malte seinen Namen in verschiedenen Schriften auf Papier und der Nachmittag ging viel zu schnell vorbei.